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Die Geschichte vom alten Brunnenfrosch

Die Geschichte vom alten Frosch

Ein alter Frosch, der Zeit seines Lebens in einem Brunnen verbracht hatte, erhielt eines Tages Besuch von einem anderen Frosch, der am Ufer des Meeres lebte.

"Woher kommst du?" fragte der Brunnenfrosch.

"Vom großen Meer", sagte sein Gast.

" Wie groß ist dein Meer?" wollte der Brunnenfrosch wissen.

"Es ist riesig."

"Etwa 1/4 der Größe meines Brunnens? "

"Oh, viel größer!" rief der Frosch, der vom Meeresufer kam.

"Halb so groß?"

"Nein, viel größer."

"Also die gleiche Größe wie mein Brunnen?"

"Nein! Nein! Viel, viel größer!"

"Ausgeschlossen!" sagte der Brunnenfrosch. "Das will ich mit eigenen Augen sehen."

Die beiden Frösche machten sich auf den Weg, und der Brunnenfrosch soll, als er das Meer sah, in Ohnmacht gefallen und sein Kopf zerplatzt sein.

 

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Kommentare

Gäste - Jutta Bier am Dienstag, 21. Februar 2017 08:30

Hallo Till, ich habe ein wenig Schwierigkeiten, die "Moral von der Geschicht" zu erkennen. In meinen Augen hat der Brunnenfrosch nichts getan, was den Tod verdient (einen ziemlich unappetitlichen noch dazu), im Gegenteil. Er ist gastfreundlich, offen und interessiert für eine fremde Kultur, blickt über seinen Tellerrand und erweitert seinen Horizont. Der Meerfrosch berichtet vom Meer und der Brunnenfrosch möchte es selbst mal sehen. Das finde ich eher positiv.

Der Brunnenfrosch könnte doch auch das Meer sehen, in Ohnmacht fallen, sich dann bei dem Meerfrosch bedanken, daß der ihm Einblick in sein Leben gewährt hat, und zu dem Schluß kommen, daß es zuhause aber doch am schönsten ist, und er lebt um eine Erfahrung reicher glücklich und zufrieden bis ans Ende seiner Tage im Brunnen.

Andersherum: Der Meeresfrosch stirbt ja schließlich auch nicht, als er die Beengheit des Brunnenfrosches sieht. Der kennt das Meer nicht, also vermißt er es auch nicht. Meerfrosch teilt seine Erfahrung, ich verstehe seine Schilderung nicht als Prahlerei oder "Verlockung des Bösen". Ich kann nichts falsches daran erkennen, daß frosch mehr/meer möchte...

Hallo Till, ich habe ein wenig Schwierigkeiten, die "Moral von der Geschicht" zu erkennen. In meinen Augen hat der Brunnenfrosch nichts getan, was den Tod verdient (einen ziemlich unappetitlichen noch dazu), im Gegenteil. Er ist gastfreundlich, offen und interessiert für eine fremde Kultur, blickt über seinen Tellerrand und erweitert seinen Horizont. Der Meerfrosch berichtet vom Meer und der Brunnenfrosch möchte es selbst mal sehen. Das finde ich eher positiv. Der Brunnenfrosch könnte doch auch das Meer sehen, in Ohnmacht fallen, sich dann bei dem Meerfrosch bedanken, daß der ihm Einblick in sein Leben gewährt hat, und zu dem Schluß kommen, daß es zuhause aber doch am schönsten ist, und er lebt um eine Erfahrung reicher glücklich und zufrieden bis ans Ende seiner Tage im Brunnen. Andersherum: Der Meeresfrosch stirbt ja schließlich auch nicht, als er die Beengheit des Brunnenfrosches sieht. Der kennt das Meer nicht, also vermißt er es auch nicht. Meerfrosch teilt seine Erfahrung, ich verstehe seine Schilderung nicht als Prahlerei oder "Verlockung des Bösen". Ich kann nichts falsches daran erkennen, daß frosch mehr/meer möchte...
am Mittwoch, 16. August 2017 05:20

Liebe Jutta, schön, dass diese Geschichte so viele Gedanken in dir ausgelöst hat. Natürlich wäre auch ein anderes Ende der Geschichte möglich. Aber wie das mit Märchen wohl nun einmal so ist, haben diese einen Hang zum Grausamen - egal ob in Ost oder West.

Die Moral der Geschichte ist wohl, dass wir dem Neuen und Unbekannten häufig nicht offen gegenüber stehen und wenn wir es dann tatsächlich sehen, es schwerfällt, es zu glauben.

Diese Geschichte ist übrigens eine tibetische Weisheitsgeschichte, die gerne von tibetischen Lamas erzählt wird. Sie hat eine kleine Ähnlichkeit mit dem Höhlengleichnis von Platon. Findest du nicht?

Liebe Grüße aus Taipeh,
Till

Liebe Jutta, schön, dass diese Geschichte so viele Gedanken in dir ausgelöst hat. Natürlich wäre auch ein anderes Ende der Geschichte möglich. Aber wie das mit Märchen wohl nun einmal so ist, haben diese einen Hang zum Grausamen - egal ob in Ost oder West. Die Moral der Geschichte ist wohl, dass wir dem Neuen und Unbekannten häufig nicht offen gegenüber stehen und wenn wir es dann tatsächlich sehen, es schwerfällt, es zu glauben. Diese Geschichte ist übrigens eine tibetische Weisheitsgeschichte, die gerne von tibetischen Lamas erzählt wird. Sie hat eine kleine Ähnlichkeit mit dem Höhlengleichnis von Platon. Findest du nicht? Liebe Grüße aus Taipeh, Till
Donnerstag, 22. Februar 2024

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